In den letzten Tagen war immer wieder zu lesen, dass der “Search-War” vorbei ist und Google zum Sieger erklärt werden kann. Inzwischen hat sich eine rege Diskussion einiger gut informierte Menschen entwickelt, wie z.B. Tim O’Reilly, Gord Hotchkiss, Danny Sullivan und Michael Arrington. Und nicht alle von ihnen sind vom finalen Sieg Googles überzeugt.
Ich auch nicht - zwar hat Google seinen Vorsprung auch auf dem US-amerikanischen Markt in puncto Suchanfragen weiter ausgebaut, aber dieser Vorsprung bezieht sich auf Textsearch, wo Google derzeit unbestritten die Nummer 1 ist - keine Frage.
Nur, auf Textsearch werden sich die Menschen in der Zukunft nicht beschränken wollen. Und hier liegen die großen Chancen der derzeitigen Konkurrenz, aber auch neuer Unternehmen, die mit frischen Ideen an den Markt gehen. Sei es, dass vermehrt nach grafischen Darstellungen gesucht wird (auch unter Berücksichtigung der steigenden Zahl von Analphabeten ein wichtiges Feld), semantische Suchen interessanter werden oder auch Möglichkeiten zu cross-mediale Suchen und zur Programmierung langfristig agierender persönlicher Agenten zur Beobachtung z.B. von Aktienkursen oder der Umweltschäden in den subtropischen Gebieten von den Nutzern gefordert werden.
Die Google-Labs sind natürlich auch zu diesen Themen fleißig am forschen, und die Integration immer neuer Unternehmen und Services weitet Googles Kompetenz auch hier aus, trotzdem haben auch andere Unternehmen die Chance sich hier zu profilieren. Ein gutes Beispiel sind z.B. die Forschungen im Bereich der grafischen Suche von Prof. Henrich am Lehrstuhl für Medieninformatik an der Uni Bamberg.
Der Search-War geht weiter, zum Glück - auf dem derzeitigen Stand der Technik und Suchqualität möchte ich nicht bis auf weiteres angewiesen bleiben.
Nachtrag: Google hat sich aus Versehen selber ins K.O. geschlagen - nachzulesen bei TechCrunch